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Mittwoch,
18. Februar 2004 |
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Übernachtung in einem Museum |
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Einstige Molkerei zu einer Heimatstube und historischer Gästewohnung
umgebaut - Besucher aus aller Welt
Von unserem Redaktionsmitglied
Sebastian Langer
Blankensee. Ein paar Kilometer vor dem Dorf an
der polnischen Grenze passiert es: Kein Netz mehr für
mobiles Telefonieren. Kurze Zeit später meint der Gast
der Blankenseer Heimatstube zu verstehen: Ein Handy
passt nun ganz und gar nicht zu seiner Gästewohnung.
In dieser scheint nämlich die Zeit stehen geblieben
zu sein: Stube, Schlafzimmer, Küche und Flur sind eingerichtet
wie zu Omas Zeiten. Der Gast wird - nun eben ohne Klingeltöne
- in einem Museum übernachten.
Zuvor wird er noch von Blankensees Bürgermeister Siegfried
Dreßler durch die Heimatstube geführt. Im Keller der
einstigen Molkerei erinnern alte Arbeits- und Nutzgeräte
an das Dorfleben früherer Zeiten. "Die alte Waage vom
Fischer Höwler dürften die meisten älteren Blankenseer
noch kennen", vermutet der Bürgermeister. Auch eine
betagte Wurstschneidemaschine oder diverse Butterfässer
zeugen davon, dass Blankensee früher ein klassisches
Handwerksdorf gewesen ist. Dagegen ist das Erdgeschoss
der Heimatstube vor allem Siegfried Dreßlers Vorgänger
zu verdanken. Schreibtisch, Stuhl und Registrierkasse
stammen noch aus der Amtszeit von Erwin Wolff, der 38
Jahre lang Bürgermeister in Blankensee gewesen war.
"Dadurch ist viel aufgehoben worden", sagt Wolffs Nachfolger
und führt den Gast eine Etage höher in dessen Wohnung.
Im Schlafzimmer lädt das wuchtige Holzbett zu einer
längeren Nachtruhe ein. Darüber hängt ein Bild, das
nicht gerade schön, dafür aber selten ist: Ein ehemaliger
Blankenseer hatte es in seiner Wohnung in Berlin hängen.
Er soll sich nach einem Besuch in seinem Heimatdorf
erinnert haben, dass Bett und Bild einst zusammen ein
Blankenseer Schlafzimmer geziert haben. Prompt schickte
er das Bild an die Heimatstube.
Einwohner erst skeptisch
"Im Dorf waren die Leute zunächst skeptisch, als
sie die ersten Exponate abgegeben haben", erinnert
sich Bürgermeister Dreßler. Doch schon einen Tag nach
der Einweihung der Heimatstube im Sommer 2001 konnte
die erste Übernachtung in der antiken Ferienwohnung
verzeichnet werden. Und seitdem ist der Besucherstrom
nicht abgerissen: Gäste aus den USA, Spanien, Polen,
Russland, Afrika und sogar Haiti haben sich im Gästebuch
verewigt. Eine Besucherin schrieb auf, was viele wohl
gedacht haben werden: "Ich habe mich in Blankensee
wieder als Kind gefühlt."
Der Gast stöbert noch ein wenig in dem Stubenschrank,
wo Schulhefte, alte Zeitungen und eine umfangreiche
Ortschronik aufbewahrt sind. Im Flur betrachtet er
die zahlreichen historischen Klassen- und Dorffotos.
Und am nächsten Morgen findet er heraus, dass das
Mobilfunknetz manchmal auch bis nach Blankensee reicht.
http://www.blankensee.de/
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