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"Nachdem die hiesige Kirche zu Blankensee seit
undenklichen Jahren keinen Turm, wohl aber ein Stück
von einer alten Turmmauer gehabt, und die Kirche ein
ansehnliches Vermögen gesammelt, so ist von den
resp. Herrschaften dieses Ortes und Patronen dieser
Kirche, dem hochwürdig hochgeborenen Herrn Friedrich
Wilhelm Graf von Lepel, Erb-, Lehns- und Gerichtsherrn
der Güter Nassenheide, Böck, Blankensee, Kuhweide,
Frauenhagen pp, des St. Johanniter-Ordens Ritter und
designierten Kommendator auf Lietzen und Schievelbein,
und dem am 8. April d. Js. Verstorbenen weiland hochwohlgeborenen
Herrn Ludwig Otto von Ramin Schloß- und Burggesessenen
auf Stolzenburg, Blankensee, Pampow, Lenzen. Glashütte
pp. auf meine Vorstellung einen neuen Turm auf hiesiger
Kirche mit deren Verlängerung bauen zu lassen,
bewilligt worden.
Es ist dazu bald Vorschlag und Riß von dem Herrn
Bauinspektor und Bürgermeister Schulz zu Pasewalk
angefertigt, von denen resp. Herrn Patronen am 27. Januar
cr. schriftliche Genehmigung des Vorschlages gesuchet,
und endlich unter dem 26. Februar cr. von einem Königlich
hochwürdigen Konsortium zu Stettin königliche
Approbation eingeholt worden.
Es ist nachher von mir dem Maurermeister zu Pasewalk,
Herrn Karl Christian Ebmann aufgetragen worden, alles
nach dem Vorschlag sowohl an Maurer als auch Zimmer-
und andrer Arbeit zu besorgen. Selbiger hat auch sogleich
sieben Gesellen und drei Handlanger gestellt, um teils
den Westgiebel der Kirche zu deren Verlängerung
und die nach der Nordseite um acht Fuß eingerückte
Turmmauer abzubrechen, teils auf dieser Nordseite ein
neues Stück Turmmauer mit der Kirche egal aufzumauern.
Zum Zimmermann hat er den Meister Michael Sidow aus
Pasewalk genommen, der mit drei Gesellen den Turm verbunden.
Das Holz ist aus der Stolzenburgischen Heide und die
Steine von der Stolzenburgischen Ziegelei genommen.
Die eiserne Helmstange hat der hiesige Schmied Meister
Joachim Bröcker geschmiedet.
Die Fuhren der Materialien, dazu ich mitgeholfen, sind
unentgeltlich verrichtet von der ganzen Nachbarschaft,
dazu 12 Bauern gehören, namentlich:
- der Schulz Michel Dreblow jun. Lepelschen Anteils,
- der Schulz Michel Dreblow sen. Raminschen Anteils
auch Kirchenvorsteher,
- Samuel Rieck, Kirchenvorsteher,
- der Bauer Konrad,
- der Bauer Gabriel Duchow,
- der Bauer Rautenberg,
- der Bauer Leben,
- der Bauer Mietzner,
- der Bauer Rubbert,
- des verstorbenen Bauer Tiessen Witwe,
- der Bauer Vormelker,
- der Bauer Berend.
Der Anfang des Richtens mit dem Turm ist der 2. August
von der ganzen Dorfschaft, sowohl von den Bauern als
auch Häusgenleuten mit recht sehr vielen Fleiß
und Willigkeit nicht allein gemacht, sondern auch bis
auf heute betrieben, und heute Knopf, Fahne und Stern
von dem Zimmermann aufgesteckt worden und Gott Lob alles
ohne Schaden abgegangen.
Der große Gott, der in der Höhe und im Heiligtum
wohnet, wolle mit seiner gnädigen wohltuenden Aufsicht
auch über diesen neuerbauten Turm walten, denselben
vor verwüstende Wetterschaden mildest bewahren
und ihn die Zierde dieser Kirche auf späte Zeiten
sein lassen. Amen. Halleluja. Amen!
Unter welchen aufrichtigen Wunsch diese Nachricht von
mir eigenhändig aufgesetzt und selbige in meiner
Gegenwart in einer blechernen versiegelten Kapsel in
den Knopf des Turmes gelegt. So geschehen zu Blankensee
den 7. August 1777 J. G. Schütze, Prediger."
"Es hat zu dieser Zeit, da der Turm erbauet ist,
ein ruhiger Friede die Einwohner der königl. Preuß.
Staaten unter dem beglückten Zepter des glorwürdigsten
Königs Friedrich II. erfreut. Teurung und Mißwachs
hat keine Sorge verursacht. Vielmehr hat unsre Kirche
einen reichen Segen von Roggen gehabt. Der Scheffel
Weizen hat seit dem 30. Juli gegolten. 1 Thaler 5 Gr.,
der Roggen 21 Gr., die Gerste 16 Gr., der Hafer 12 Gr.,
die Erbsen 1 Thaler.
Der Generalsuperintendent über Pommern ist Herr
Christian Friedrich Göhring, der Präpositus
Synodi (Superintendent) Herr Johann Friedrich Stieglitz,
die Synodalen: Herr Pastor und Senior Dreyer zu Boock,
Herr Hopp in Dargitz, Herr Gensichen in Torgelow, ich
Schütze zu Blankensee, Herr Täge Diakonus
zu Pasewalk, Herr Maas in Coblenz, Herr Berens in Böck.
Der Küster hierselbst ist Meister Gottfried Block."
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