Artikel
Blankensee - Adventsausstellung
Nordkurier - Pasewalker Zeitung
Artikel vom 24.11.2008
Gäste plaudern am flackernden Ofen
Von Paulina Jasmer
Blankensee. Kalt war es am vergangenen Samstag. Der
Wind pfiff durch die Kleidung. Schnee und Graupel
läuteten den Winter ein. Wohl dem, der eine warme
Stube hatte und sich an Kerzenschein laben konnte.
So machten es auch die neugierigen Besucher der Adventssausstellung
im Küsterhäuschen in Blankensee. Im Ofen
flackerte ein Feuer und tauchte den Raum in ein beschauliches
Ambiente. Mit viel Liebe zum Detail war das Küsterhäuschen
adventlich geschmückt. Von Keramikarbeiten über
Glaskugeln bis hin zu Gestecken und einem Halbmond
aus Tannenzweigen gab es für das interessierte
Auge viel zu sehen. Kaffee- und Waffelduft durchströmte
das Küsterhäuschen, in dem Initiatorin Sigrid
Gundlach jeden Gast persönlich begrüßte.
Familiär ging es zu. Man kennt sich eben –
mitunter aus der vertrauten Nachbarschaft.
So hatten auch Franziska Bose (11) und ihr Bruder
Rico Utes sowie dessen Frau Nadya die eisigen Temperaturen
nicht gescheut und statteten der Ausstellung einen
Besuch ab. Gemeinsame Unternehmungen sind Trumpf beim
Geschwisterpaar. „Nadya und ich wohnen in Frankfurt
am Main und kommen etwa zweimal im Jahr nach Blankensee
zum Familienbesuch“, so Rico Utes. Da bleibe
oftmals nicht viel Zeit. Und so ließen sie es
sich bei heißem Kaffee und leckeren Waffeln
im Küsterhäuschen gut gehen. Nadya kaufte
sich Badesalz „zur Beruhigung“, wie ihr
Mann lächelnd kommentierte. Franziska hatten
es die Weihnachtsmänner und -sterne aus Perlen
angetan.
Bei weihnachtlichen Chorgesängen aus dem CD-Player
warfen auch Brigitte Lipke und ihre Enkelin Josefine
(8) aus Berlin einen Blick auf die zahlreichen Adventsideen.
„Ich bin 1997 nach Blankensee gekommen und fühle
mich hier pudelwohl“, erzählte Brigitte
Lipke, die mit anderen bekannten Besuchern ins Gespräch
kam. Sie habe eine Einladung bekommen, und da ihre
Josefine gerade auf Urlaub bei Oma ist, war sie auch
gleich mitgekommen. „Wir möchten uns einfach
umschauen, ohne Hektik, ganz in Ruhe“, so Brigitte
Lipke weiter. Außerdem begrüße die
Seniorin schließlich alles, was das Dorf schöner
macht. „Dazu gehört die Adventsausstellung
zweifelsohne“, versicherte sie.
Sigrid Gundlach freuten der Zuspruch und das Lob der
Gäste. „Es sah vor vier Wochen noch gar
nicht danach aus, dass im Küsterhäuschen
überhaupt eine Ausstellung stattfinden könnte“,
denkt sie zurück. Im Oktober sei ihr die Idee
gekommen, doch gab es noch viel zu tun. „So
haben wie beispielsweise die Decke gemacht“,
berichtet Sigrid Gundlach weiter. Der Besitzer des
Küsterhäuschens, Alfons Heimer, habe ihr
dieses kleine Domizil zur Verfügung gestellt.
„Hier darf ich nun nach Herzenslust werkeln
und basteln“, ist die Sekretärin froh.
Sigrid Gundlach sieht im kreativen Arbeiten einen
Ausgleich zu ihrem Beruf. Ein Ausgleich, den sie genießt.
Von ihrer Bekannten Peggy Wulff würden die Keramikarbeiten
stammen, aus der Baruther Glashütte kommen zum
Beispiel die Glaskugeln. „Die Adventsgestecke
habe ich selbst gemacht“, erklärte Sigrid
Gundlach, die viel Wert auf Atmosphäre legt.
So gehe es ihr um Gemütlichkeit. Sie wolle den
Menschen Freude geben. „Und wenn es der Ofen
ist, der munter
brennt“, sagte sie lächelnd mit Blick auf
die Besucher, die sich zahlreich daran wärmten
und miteinander plauderten.
Dagmar Lesener, Vorsitzende des Dorfclubs Blankensee,
gehörte zu den Wärmesuchenden. Aufmerksam
blickte sie sich um. „Es ist schön, dass
jemand die Mühe aufbringt und ein solches Kulturhighlight
in Blankensee auf die Beine stellt“, lobte sie.
Mit dem Küsterhäuschen und der Adventsausstellung
sei eine weitere Kulturstätte geschaffen worden.
„Man muss Initiative ergreifen, dann ist so
etwas Schönes möglich“, so Dagmar
Lesener. Und so konnte sie sich und all die anderen
von der Ausstellung inspirieren lassen – langsam
und bedacht in vorweihnachtliche Stimmung fallen.
„Ich möchte kleine Anregungen für
die Weihnachtszeit geben“, so Sigrid Gundlach,
der dieser Schritt gelungen ist. Das stille Staunen
und das ruhig-freundliche Miteinander der Besucher
gaben ihr Recht.
© Nordkurier.de am 24.11.2008